Gesund, regional und bio: Das ist Souboz!

Regionale, gesunde, biologische und frisch zertifizierte Getränke, eine gewisse Unabhängigkeit bei der Wasser- und Stromversorgung sowie Schafe als Rasenmäher: Souboz Drinks beweist, dass die im Alltag gelebte Nachhaltigkeit ein Aufsteller sein kann. Eine Erfolgsgeschichte aus dem Berner Jura!

Lokal produzierte, gesunde Getränke auf der Basis von Kräutern aus Souboz

Die Unternehmung Souboz Drinks, ehemals Gagygnole, wurde 2014 von Gaëtan Gyger gegründet. Schon bald gesellten sich seine Brüder Tim und Luca zu ihm. Im Jahr 2021 begann das Trio mit der Herstellung von Spirituosen und Limonaden auf Basis von Aromapflanzen, die sie auf eigenem Ackerland im Dorf ihrer Kindheit biologisch anbauten. Die Idee, den gesamten Prozess vom Anbau bis zur Verarbeitung vor Ort in der Hand zu haben, fasziniert die Brüder bis heute. Sie wollen zeigen, dass der Berner Jura Ressourcen zu bieten hat, deren Potenzial unterschätzt wird.

Auf einer Fläche von einem halben Hektar wachsen auf ihren Feldern Kräuter wie Apfelminze, Thymian, Agastache, Zitronenmelisse und Koriander. Auf vier Hektaren befinden sich Mähwiesen für die Heuernte sowie Hochstamm-Obstbäume mit Sorten wie Damassinen, Mirabellen, Pflaumen, Quitten, Birnen und Äpfeln. Vier Hektare extensiv bewirtschaftete Weidefläche sind zudem für Schafe vorgesehen; Flächen zur Förderung der Artenvielfalt werden zugunsten von Wildflora und -fauna weder mit mineralischen noch mit organischen Mitteln gedüngt.

Schafe statt Rasenmäher

Um die Weideflächen zu pflegen und die Böschungen zu nutzen, bleibt die Herde aus etwa 20 Schafen und Mutterschafen der Rasse Shropshire von März/April bis Dezember auf der Weide. Den Winter verbringt die Herde dann im Stall. Da in dieser Zeit auch die Lämmer geboren werden, kann Gaëtan die Geburten gut überwachen.

Die Herde dieser englischen Schafrasse mit schwarzem Kopf und weissem Fell ist im Tierwohlprogramm RAUS («regelmässiger Auslauf ins Freie») registriert. Dieses Programm gewährleistet im Winter mindestens 13 Mal und im Sommer 26 Mal pro Monat Zugang ins Freie bzw. Weidegang. Gaëtan Gyger erklärt: «Die Lämmer werden von ihren Müttern aufgezogen und im Alter von etwa fünf bis sechs Monaten auf natürliche Weise entwöhnt. Ein Teil der Lämmer wird zur Zucht verkauft, da diese Rasse für die ökologischen Landwirtschaft in Weinbergen und Obstgärten sehr gefragt ist.» Das Fleisch wird direkt ab Hof verkauft.

Die Schafe sind sehr nützlich, da sie unter den Obstbäumen für natürlichen Dünger sorgen. Im Herbst fressen sie das Laub, beschleunigen dessen Zersetzung und verringern so das Krankheitsrisiko für die Bäume. «Die Schafe haben dieses Jahr sogar die Korianderpflanzung von dem stark wuchernden Unkraut befreit», erzählt Gaëtan. Da der Koriander für ihren Geschmack zu aromatisch ist, lassen sie ihn stehen und vertilgen stattdessen nur das Unkraut. 

Diese wählerischen Schafe haben sich als Rasse auch deshalb durchgesetzt, weil sie keine Baumrinde fressen. Eine Notwendigkeit, damit das auf dem Hof eingerichtete Agroforstsystem funktioniert. Gaëtan erläutert: «Das Agroforstsystem besteht darin, Hochstamm-Obstbäume und Ackerkulturen miteinander zu kombinieren. Wir bauen unsere Kräuter also zwischen den Obstbaumreihen an.» Die Anlage wurde so konzipiert, dass der Traktor zwischen den Bäumen hindurchfahren kann, um die Arbeit zu erleichtern. Diese Praxis fördert die Artenvielfalt, reguliert Schädlinge und Krankheiten und verhindert Bodenerosion. Zudem wird durch Windschutz und Begrenzung der Evapotranspiration, also der Verdunstung, ein Mikroklima geschaffen, das den Ertrag der Kulturen steigert.

Eigene Stromproduktion

Dank seiner 130 Solarmodule erzeugt Souboz Drinks im Sommer durchschnittlich 350 kW Strom pro Tag. Die Energie wird in Batterien gespeichert. So kann sie auch nachts genutzt werden, beispielsweise zum Trocknen der Pflanzen.

Zudem spart die Unternehmung Wasser: Der Inhalt eines 20'000-Liter-Regenwassertanks wird für Toiletten, Bewässerung und die Reinigung der Maschinen genutzt. Die Kühlerwärme der Destillationsanlage wird zurückgewonnen, um das Gebäude und das Wasser zu heizen. Nachdem das Wasser den Wärmetauscher durchlaufen hat, fliesst es in den Tank zurück, und der Kreislauf schliesst sich.

Um seinen Erfolg langfristig zu sichern, hat Souboz Drinks Ende August 2026 neue Produktions- und Empfangsräumlichkeiten eingeweiht. Dies war insbesondere dank der gewährten Mittel des Kantons Bern und des Bundes im Rahmen des Projekts zur regionalen Entwicklung (PRE) «Produire et manger local» («Lokal produzieren, lokal essen») möglich. Dieses PRE wurde von der Landwirtschaftskammer vorangetrieben und von der Fondation Rurale Interjurassienne sowie dem Naturpark Chasseral unterstützt. Seit 2026 trägt eine Auswahl der alkoholischen und nicht-alkoholischen Kräutergetränke von Souboz Drinks offiziell das Label «Produkt aus Schweizer Pärken».

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