Leubringen-Magglingen (mit Guy Bärtschi)

Mit seinem Programm «Biodiversität 2030» stellt sich Leubringen-Magglingen einer Reihe von Herausforderungen zugunsten der Tier- und Pflanzenwelt – gefordert sind dabei sowohl die Gemeinde als auch die Einwohnerinnen und Einwohner. Es geht beispielsweise um eine differenzierte Bewirtschaftung, den Ersatz exotischer Hecken durch einheimische Gehölze und das Anbringen von Nistkästen für Schwalben und Mauersegler. Das Programm ist ehrgeizig und auf Partizipation ausgerichtet.

Guy Bärtschi ist als stellvertretender Bürgermeister der zuständige Gemeinderat für dieses Projekt. Wir sprechen mit ihm über die Startphase dieser Biodiversitätsmassnahmen und über die nächsten geplanten Schritte.

Welches Hauptanliegen verfolgt die Gemeinde mit ihrem Projekt «Biodiversität 2030»? 

Der Projektname sagt schon alles. Wir wollen bis 2030 eine Reihe von Zielen zugunsten von Flora und Fauna erreichen.  Entstanden ist das Programm auf Initiative von Julien Tièche, dem Leiter unserer Technischen Dienste. Er verfügt über ein ausgeprägtes Bewusstsein für diese Thematik. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen hat er konkrete Massnahmen eingeleitet. Der Gemeinderat musste nicht lange überzeugt werden, um eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe einzurichten.

Warum habt ihr euch speziell auf die Anbringung von Nistkästen für Schwalben und Mauersegler sowie auf den Ersatz von Hecken aus Neophyten konzentriert?

Das sind die neuesten Massnahmen, die wir gestartet haben. In den letzten Jahren haben wir vor allem an der Infrastruktur der Gemeinde gearbeitet. So wurde ein Massnahmen- und Unterhaltsplan ausgearbeitet und eine differenzierte Pflege umgesetzt. Unser Ziel für 2026 ist klar: Wir wollen den Fokus auf die Bevölkerung richten und diese beiden Massnahmen – Nistkästen anbringen und Hecken aus nicht einheimischen Gewächsen ersetzen – auf den Weg bringen.

Ausschliesslich durch heimische Gehölze?

Genau. Dank der Partnerschaft zwischen Gemeinde, Park Chasseral und Privatpersonen konnten wir für den Ersatz einer Thuja-, Bambus- oder Kirschlorbeerhecke durch eine Hecke aus heimischen Gehölzen eine Kostenbeteiligung von 50 Prozent anbieten (im Rahmen des für 2026 verfügbaren Budgets). Der Naturpark Chasseral beteiligt sich zur Hälfte an dieser finanziellen Unterstützung für Privatpersonen. 

Und das funktioniert?

Ja, es ist ein voller Erfolg! Derzeit sind etwa zehn Projekte im Gang und ebenso viele stehen noch aus, da das Budget nicht ausreicht, um alle Anträge zu bewilligen. Wir hoffen, diese Aktion 2027 wiederholen zu können.

Beim Anbringen der Nistkästen wollte die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen. An zwei Gemeindegebäuden brachte sie Nistkästen an und veröffentlichte darüber einen Artikel im Infobulletin 2026-1. Nach der Veröffentlichung kamen einige Einwohnerinnen und Einwohner spontan auf uns zu, um ihr Interesse zu bekunden. Die Gemeinde und der Naturpark Chasseral stellen die Nistkästen kostenlos zur Verfügung.

Welchen Beitrag hat der Naturpark ganz allgemein zu diesen Projekten geleistet?

Er reagiert immer schnell und pragmatisch. Wir pflegen ausgezeichnete Kontakte zum Park-Team. Unsere Anfragen werden prompt beantwortet – egal ob es um die Pflanzung einer Obstbaumallee in Richtung «End der Welt» geht, um den Ersatz von Hecken oder die Anbringung von Nistkästen für Mehlschwalben und Mauersegler. Wir freuen uns sehr, seit Kurzem Mitgliedsgemeinde des Vereins zu sein.

Was sind die nächsten Schritte von «Biodiversität 2030»?

Ich denke, wir sollten die Dinge Schritt für Schritt angehen. Zunächst möchten wir unsere laufenden Projekte fortsetzen:

  • Neophyten bekämpfen;
  • die Massnahmen zum Ersatz von Hecken fortsetzen;
  • die Schulen in die Zählung von Mauerseglern und Schwalben einbeziehen. Die gesammelten Daten werden an die Schweizerische Vogelwarte weitergeleitet;
  • die geplanten Massnahmen für die Gemeindeinfrastruktur umsetzen, wobei die Einrichtung von Wasserstellen für Amphibien das nächste Projekt darstellt.

Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem regionalen Naturpark Chasseral.

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