Die Heidelerche – auf Französisch wegen ihres Gesangs «Lulu» genannt – bevorzugt halboffene, strukturierte Lebensräume mit einer Mischung aus lückiger Vegetation, offenen Bodenflächen und Bäumen. Hier bei uns findet man sie typischerweise auf Bergkämmen über 1’000 Meter Höhe, auf gut erhaltenen, extensiv bewirtschafteten Wytweiden.
Das Nest direkt auf dem Boden
Wie der Baumpieper und die Feldlerche gehört die Heidelerche zu den Bodenbrütern. Das Nest aus trockenen Grashalmen ist in der Vegetation verborgen und bietet gerade genug Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Während der Brutzeit kann man beobachten, wie die Vögel mit Warnrufen auffliegen, um potenzielle Räuber vom Nest abzulenken.
Sobald die Bedingungen im Frühjahr mild genug sind, ist auf den Bergkämmen der Gesang der Männchen zu hören – selbst wenn noch vereinzelt Schnee liegt. Paare können sich sehr schnell bilden. Sollte jedoch erneut Schnee fallen, bleibt den Vögeln keine andere Wahl, als in tiefere Lagen abzusteigen und auf den nächsten Wärmeeinbruch und die Schneeschmelze zu warten. Alsdann kehren Sie auf die Bergkämme zurück und beginnen dort mit der Brut.
Regelmässige Erhebungen im Naturpark Chasseral seit 2017
Diese Zugvogelart überwintert im Mittelmeerraum und besiedelt anschliessend ganz Europa bis in den Süden der nordischen Länder und hin bis zum Uralgebirge. In unseren Breitengraden gingen die Bestände in den 1990er-Jahren stark zurück, bevor sie sich stabilisierten und seit Mitte der 2010er-Jahre sogar eine deutliche Zunahme verzeichnen.
Im Naturpark Chasseral ist die Entwicklung ähnlich. Nach einer ersten Zählung im Jahr 2006 werden seit 2017 regelmässig Beobachtungen durchgeführt, um die Entwicklung dieser Art, die auf der Roten Liste der Vögel der Schweiz als verletzlich eingestuft ist, engmaschig zu verfolgen. Die jährlichen und periodischen Erhebungen, die in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach durchgeführt werden, sind sehr wichtig, um den Gesundheitszustand der Populationen zu bewerten. Diese Informationen sind unerlässlich, um Landwirtinnen und Landwirte sowie Grundeigentümerinnen und -eigentümer zu beraten, damit Massnahmen zugunsten der Heidelerche umgesetzt werden können, wie beispielsweise das Anlegen von Steinhaufen, die Offenhaltung von Bodenflächen und die extensive Bewirtschaftung von Weiden.
Weitere Informationen zur Heidelerche finden Sie auf der Website der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.