Das Hermelin – ein weisser Blitz auf unseren Wytweiden

Mit seinem schlanken, länglichen Körper, den kurzen Beinen und Ohren sowie dem dreieckigen Kopf ist das Hermelin eine in unseren Regionen weit verbreitete Marderart. Da es zwei Mäuse pro Tag vertilgen kann, ist es in der Landwirtschaft gerne gesehen. Der Naturpark fördert die Population des Hermelins, indem er als Unterstützung für die Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen von Natureinsätzen Ast- und Steinhaufen pflegt oder neu anlegt.

Im Sommer ist das Hermelin braun, im Winter wird es weiss – mit Ausnahme der Schwanzspitze, die das ganze Jahr über schwarz bleibt. Daran kann man es vom etwas kleineren Wiesel gut unterscheiden, dessen Fell das ganze Jahr über braun bleibt, einschliesslich des Schwanzes, der keine schwarze Spitze hat.  Das Hermelin – Mustela erminea – ist sehr agil und bewegt sich hüpfend fort.  In Schnee und Schlamm sind die paarweise angeordneten Spuren leicht zu erkennen.

Helfer der Landwirtschaft

Das Hermelin ist in der Landwirtschaft ein gerne gesehener Helfer, denn Wühl- und Feldmäuse stehen auf seinem Speiseplan ganz oben. Dank seines ausgezeichneten Gehörs und Sehvermögens, das auch bei Nacht funktioniert, jagt es, indem es sich in unterirdische oder in den Schnee gegrabene Gänge schleicht. Es hat eine beeindruckende Sprungkraft und ist erstaunlich beweglich und tötet seine Beute mit einem schnellen Biss in den Nacken.  Wenn die Mauspopulationen klein sind, kann es auch andere Nagetiere, Vögel oder deren Eier, Amphibien oder Insekten jagen.

Wie ein weisser Blitz

Wussten Sie, dass Hermeline Beute jagen können, die grösser ist als sie selbst? Oder dass sie verlassene Höhlen manchmal als Vorratskammer nutzen? Sie legen jeden Tag grosse Entfernungen zurück und sind ständig in Bewegung.  Wenn Sie einmal einen weissen oder braunen Blitz sehen, der zwischen zwei Steinen hindurchschiesst, dann war das wahrscheinlich gerade ein Hermelin!

Hermeline sind Einzelgänger, die in klar abgegrenzten Jagdrevieren leben, die jedoch für Artgenossen passierbar sind. Im Frühjahr machen sich die Männchen auf die Suche nach Weibchen. Die Jungen kommen in einem sicheren und warmen Nest zur Welt. Die Würfe können bis zu einem Dutzend Jungtiere umfassen – normalerweise sind es jedoch vier bis neun Tiere. Die Grösse des Wurfes hängt von der Dichte der Mauspopulationen ab:  Ist die Menge an potenzieller Beute gross, so wird auch der Wurf entsprechend gross. Andernfalls wird die Anzahl entsprechend angepasst oder der Wurf bleibt sogar ganz aus. Die Jungtiere verlassen das Nest am Ende des Sommers, wenn sie entwöhnt sind. Die darauffolgenden sechs Monate überleben nur rund 25 Prozent von ihnen.

Die Rolle des Naturparks beim Erhalt der Populationen

Um die Präsenz der Mardertiere zu fördern, ist die Einrichtung kleiner Strukturen in der Agrarlandschaft wichtig. Denn das Hermelin baut sein Nest in Reisig- oder Steinhaufen. Manchmal nutzt es dazu auch die Baue von anderen Nagetieren. Der Naturpark Chasseral arbeitet mit Landwirtinnen und Landwirten zusammen, um diese Kleinstrukturen auf den Wytweiden zu pflegen oder neu anzulegen und ihre Vernetzung untereinander zu fördern.  Diese Arbeiten werden häufig im Rahmen von Natureinsätzen durchgeführt, die der Naturpark mit Freiwilligen, Unternehmen oder Schulen organisiert.

Die regionalen Naturpärke im Schweizer Jura spielen generell eine entscheidende Rolle für das Überleben des Hermelins. Gemeinsam mit der Landwirtschaft sichern sie die für diese Art unverzichtbaren Lebensräume, indem sie vielfältige Landschaftselemente wie extensiv bewirtschaftete Wiesen, Hecken, Baumgruppen, Trockensteinmauern und Holzstapel fördern und erhalten. Von diesen Schutzbemühungen profitieren auch viele andere Arten, die ebenfalls eine halboffene, strukturierte Landschaft mit vernetzten Strukturen benötigen. Das Hermelin wird daher auch als Schirmart bezeichnet.

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